Fragen rund um meine Ausbildung und diese Webseite
Während meiner Ausbildung begegne ich immer wieder Begriffen und Fragen, die außerhalb des Lehrgangs nicht selbstverständlich bekannt sind. Auf dieser Seite greife ich einige davon auf und ordne sie aus meinem derzeitigen Wissens- und Reflexionsstand heraus ein.
Die Antworten geben unter anderem einen ersten Überblick über psychosoziale Beratung, meine Ausbildung und systemische Aufstellungsarbeit. Manche Themen werde ich später in eigenen Beiträgen genauer betrachten.
Fragen zur psychosozialen Beratung
„In Ausbildung“ bedeutet, dass ich derzeit einen Lehrgang für psychosoziale Beratung besuche.
„Unter Supervision“ bedeutet, dass ich meine praktische Arbeit mit dafür qualifizierten Supervisor:innen reflektiere. Inhalte aus Gesprächen werden dabei anonymisiert besprochen. Namen und andere Angaben, die einen Rückschluss auf eine Person ermöglichen, werden nicht weitergegeben.
Supervision hilft mir, mein Handeln zu überprüfen, neue Sichtweisen kennenzulernen und mich fachlich weiterzuentwickeln.
Ja. Praktische Erfahrung ist ein wichtiger Teil meiner Ausbildung. Dazu gehören auch Gespräche mit Menschen außerhalb des Lehrgangs.
Dabei verwende ich immer die vollständige Bezeichnung:
Lebens- und Sozialberaterin in Ausbildung und unter Supervision
Nein. Psychosoziale Beratung und Psychotherapie sind unterschiedliche Tätigkeitsbereiche.
Mithilfe psychosozialer Beratung können Menschen bei Themen wie persönliche, familiäre und berufliche Fragen unterstützt werden. Sie ersetzt keine Psychotherapie und keine medizinische Behandlung. Psychische Erkrankungen werden im Rahmen psychosozialer Beratung nicht diagnostiziert oder behandelt.
Lösungsorientiert zu arbeiten bedeutet für mich nicht, ein Problem möglichst schnell zu beseitigen. Zuerst darf verstanden werden, was gerade schwierig ist und was sich verändern soll.
Dann können andere Fragen dazukommen: Wie wäre es, wenn sich etwas verändert? Woran würde ich das bemerken? Was wäre ein erster, stimmiger Schritt?
Dabei gibt es nicht die eine richtige Lösung. Was für einen Menschen passt, muss für einen anderen nicht stimmen. Auch eine zunächst gute Idee darf noch einmal geprüft und angepasst werden.
Lösungsorientierung bedeutet für mich deshalb, nicht nur beim Problem zu bleiben, aber auch keine fertige Lösung vorzugeben. Es geht darum, verschiedene Möglichkeiten wahrzunehmen und herauszufinden, welcher nächste Schritt zur jeweiligen Person und ihrer Situation passen könnte.
Fragen zur systemischen Aufstellungsarbeit
Menschen leben und handeln in unterschiedlichen Systemen. Dazu gehören zum Beispiel Familien, Freundschaften, Teams und Organisationen. Auch verschiedene innere Anteile können miteinander in Beziehung stehen.
Bei einer Aufstellung werden ausgewählte Elemente eines Anliegens im Raum oder auf einer Fläche dargestellt. Dadurch können Beziehungen, Abstände und unterschiedliche Sichtweisen leichter wahrnehmbar werden.
Eine Aufstellung liefert keine objektive Wahrheit. Sie kann dazu anregen, ein Thema aus einer anderen Perspektive zu betrachten und neue Fragen entstehen zu lassen.
Für Aufstellungen gibt es verschiedene Formen. Je nach Methode können zum Beispiel Personen, Figuren, Gegenstände, Karten oder Bodenanker verwendet werden.
In meinem Lehrgang lerne ich unterschiedliche Formen kennen. Dazu zählen unter anderem Brettaufstellungen und die Arbeit mit Bodenankern.
Nein. Eine Aufstellung kann auch im Einzelsetting stattfinden. Dabei können beispielsweise Figuren, Gegenstände oder Bodenanker verwendet werden.
Eine Aufstellung kann dabei helfen, Beziehungen, unterschiedliche Positionen oder wiederkehrende Muster aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Was dabei wahrgenommen wird, ist eine mögliche Sicht auf das Thema. Es ist keine Diagnose und kein Beweis dafür, dass ein Zusammenhang tatsächlich so besteht.
Nein. Eine Aufstellung kann nicht zuverlässig vorhersagen, wie eine Person oder ein System auf eine Veränderung reagieren wird.
Sie kann unterschiedliche Möglichkeiten sichtbar machen und dazu anregen, ein Anliegen anders zu betrachten. Die dabei entstehenden Eindrücke sind mögliche Perspektiven, keine Tatsachen oder Vorhersagen.
In einem Rollenspiel übernimmt eine Person bewusst eine Rolle. Sie orientiert sich dabei häufig an einer vorgegebenen Situation oder an ihrer Vorstellung davon, wie sich jemand in dieser Rolle verhalten könnte.
Bei einer Aufstellung steht stärker im Mittelpunkt, was im jeweiligen Moment wahrgenommen wird. Personen, die als Stellvertreter:innen teilnehmen, müssen keine bestimmte Rolle spielen und keine Gefühle darstellen. Sie beschreiben, was sie wahrnehmen. Es kann auch sein, dass zunächst gar nichts Besonderes wahrgenommen wird.
Für mich ist wichtig: Eine solche Wahrnehmung ist keine objektive Wahrheit über einen anderen Menschen. Sie gehört zu dem, was in diesem Augenblick innerhalb der Aufstellung erlebt wird.
Fragen zu mir
Mich interessiert, wie Menschen sich selbst besser kennenlernen und ihren eigenen Fähigkeiten mehr vertrauen können.
Ein wichtiger Teil meiner Ausbildung ist die Selbsterfahrung. Dabei geht es für mich nicht darum, ein anderer Mensch zu werden. Es geht vielmehr darum, genauer wahrzunehmen: Was gehört wirklich zu mir? Was trägt mich? Und wo versuche ich vielleicht, einer Vorstellung zu entsprechen, die nicht ganz zu mir passt?
Auch unser Leben verläuft nicht nur in eine Richtung. Es kennt ruhigere und schwierigere Zeiten, Entwicklung und Stillstand. Ähnlich wie die Natur durchlaufen auch wir unterschiedliche Phasen. Mich beschäftigt, wie wir lernen können, mit diesen Veränderungen bewusster umzugehen und uns dabei selbst näherzukommen.
Fragen zu meinen Beiträgen
Nein. Ich möchte meine Beiträge so schreiben, dass sie auch ohne Vorwissen verständlich sind. Begriffe, die nicht allgemein bekannt sind, werde ich erklären.
Du musst meinen Gedanken nicht zustimmen. Unterschiedliche Sichtweisen können Fragen öffnen und neue Perspektiven entstehen lassen. Auch ich befinde mich in einem fortlaufenden Lernprozess.
Nein. Meine Beiträge sind keine individuelle Beratung.
Ich schreibe über Themen, Fragen und Gedanken, die mich während meiner Ausbildung beschäftigen. Manche Fragen können auch bei Leser:innen etwas anregen oder berühren. Meine Beiträge berücksichtigen jedoch keine persönliche Situation. Sie ersetzen kein individuelles Gespräch, keine Diagnose und keine Behandlung.
Die Vertraulichkeit von Gesprächen ist mir wichtig. Deshalb veröffentliche ich keine Gesprächsverläufe, persönlichen Geschichten oder erkennbaren Aussagen von Klient:innen.
Es kann vorkommen, dass ein Gespräch in mir eine allgemeine fachliche Frage auslöst. Sollte ich später über ein solches Thema schreiben, löse ich es vollständig von der konkreten Person und ihrer Geschichte. Dabei achte ich darauf, dass weder das Gespräch noch eine beteiligte Person erkennbar ist.
Anonymisierung bedeutet, dass Informationen nicht mehr einer bestimmten Person zugeordnet werden können.
Dafür reicht es nicht immer, nur den Namen wegzulassen. Auch Angaben zum Alter, zum Beruf, zum Wohnort, zur Familie oder zu einer besonderen Situation können eine Person erkennbar machen. Deshalb müssen alle Merkmale entfernt oder verändert werden, die Rückschlüsse auf diese Person zulassen könnten.
Eine Kommentarfunktion gibt es auf dieser Website nicht. Wenn ein Beitrag Gedanken bei dir auslöst, kannst du mir gern schreiben. Meine Kontaktdaten findest du im Impressum.
Ich freue mich auch über andere Sichtweisen und über Fragen, die durch meine Texte entstehen.
Über diese Inhalte
Diese Antworten entstehen aus meinem derzeitigen Wissens- und Reflexionsstand. Da ich mich noch in Ausbildung befinde, darf sich mein Verständnis mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen weiterentwickeln. Die Inhalte bieten eine erste Orientierung und ersetzen keine individuelle Beratung, Diagnose oder Behandlung.